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Schifffahrtsgeschichte auf dem Rhein und Untersee/Bodensee

Viel Geschichte. - In aller Kürze.

"Die Schifffahrt auf dem Untersee und Rhein ist so alt wie der Mensch, der ihre Gestade bewohnt. Sie verdankt ihren Ursprung dem einstigen Güterverkehr zwischen dem Bodenseeraum und der oberrheinischen Tiefebene. Lautlos glitten damals die halben und ganzen "Ledinen", Segelschiffe von 18 bis 36 Metern Länge und 4 ½ Metern Breite, auf den Wassern dahin. Ging es rheinaufwärts, so stampften am rechten Ufer, auf den Schalterwegen, vor jedem Schiff acht Zugpferde der "Rosser" von Ausserwydlen bei Buchthalen oder von Büsingen einher. Oberhalb von Diessenhofen, von dort an aber auf der linken Rheinseite, wurden sie durch die Pferde der Huber von Diessenhofen und der Vetterli von Rheinklingen abgelöst. Mit diesem seitlichen Vorspann ging es weiter bis Stein am Rhein. Durch den Untersee und den Bodensee wurde dann der Wind als treibende Kraft ausgenützt."

Diese Ausführungen finden sich im Buch "1865 - 1990. 125 Jahre Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein" (Paperback, 68 Seiten, viele Photos), das an den Schiffskassen oder auch bei der Direktion erworben werden kann.

Geschichte

Zusammenstellung ausgewählter Daten und Ereignisse:

30.09.1817   
DS Stephanie schwimmt als erstes Dampfschiff auf dem Bodensee.
Eigner: Schiffahrtsunternehmen Johann Caspar Bodmer, Zürich.
Ausserdienststellung: 1818. Abgewrackt: 1821. Das kurze Leben des DS Stephanie trug ihm den Übernamen "Steh, fahr nie!" ein.
1824Gründung der Friedrichshafener Dampfbootgesellschaft.
22.04.1825In Schaffhausen legt zum ersten Mal ein Dampfschiff an: das Königlich-Bayerische Dampfboot Max Josef.
1830Gründung der Dampfbootgesellschaft für den Bodensee und Rhein, Konstanz.
1835Gründung der Dampfboot-Aktiengesellschaft Lindau.
03.07.1850Gründung der Schweizerischen Dampfboot-Aktiengesellschaft für den Rhein und Bodensee durch den Kanton Schaffhausen als ein kantonales Unternehmen.
16.05.1851Taufe des 1. Schiffes der neuen Schifffahrtsgesellschaft in Schaffhausen auf den Namen Stadt Schaffhausen. Erbauer: Robinson & Russel, London.
1852Indienststellung des Dampfbootes Rhein. Erbauer: Escher-Wyss, Zürich.
1853Indienststellung des Dampfbootes Stadt St. Gallen. Erbauer: Escher-Wyss, Zürich.
1854Indienststellung des Dampfbootes Bodan. Erbauer: Escher-Wyss, Zürich.
23.06.1855Die Nord-Ost-Bahn (NOB) nimmt in Romanshorn den Schiffsbetrieb auf. Sie verdrängt die Schaffhauser Schifffahrtsgesellschaft auf dem Bodensee.
20.12.1856Die Generalversammlung der Schweizerischen Dampfbootgesellschaft für den Rhein und Bodensee beschliesst, mit der NOB zu fusionieren.
18.10.1863Ein Aktionskomitee für eine neue Schifffahrtsgesellschaft auf dem Untersee und Rhein tritt zusammen.
01.11.1863Die NOB stellt den Schiffsverkehr auf dem Rhein ein. Die vier Dampfschiffe Schaffhausen, Rhein, St. Gallen und Bodan werden von Schaffhausen nach Romanshorn verlegt.
19.05.1864Gründungs-Generalversammlung der Schweizerischen Dampfbootgesellschaft Untersee und Rhein in Diessenhofen.
Gründungs-Generalversammlungspräsident:
Regierungsrat Philipp Gottlieb Labhart, Frauenfeld
Präsident des Verwaltungsrates:
Johann Heinrich Ammann
Direktions-Präsident:
Johann Christoph Moser-Ott, Schaffhausen
Erster Dampfbootverwalter:
Friedrich Bürgin, Schaffhausen
Weiterer GV-Beschluss:
Bestellung von zwei Dampfbooten bei Escher-Wyss, Zürich.
15.04.1865Betriebsaufnahme mit dem Dampfboot Arenaberg.
15.05.1865Indienststellung des Dampfbootes Rheinfall.
1865Im August steht das DB Arenaberg während zehn Tagen zur Verfügung des Kaisers Napoleon III, der sich in seinem Sitz auf Schloss Arenenberg aufhält.
1867Indienststellung des DS Schweiz; Erbauer: Sulzer.
1870Indienststellung des DS Hohenklingen; Erbauer: Escher-Wyss. Dieses Schiff wird 1872 an die Württembergische Eisenbahn verkauft und umbenannt auf Mömpelgard (deutsch für Montbéliard). 1901 wird es wieder angemietet, 1902 zurückgekauft und wieder auf Hohenklingen umbenannt.
1891Indienststellung des Doppelschraubendampfbootes Rhein; Erbauer: Sulzer.
1893Kauf des Schleppschiffes Schwan von der NOB.
Es wird für Sonntagsfahrten eingesetzt.
1913Indienststellung des DS Schaffhausen; Erbauer: Sulzer.
1921DS Stadt Radolfzell (Baujahr 1907) wird laut Vertrag mit "Karlsruhe" übernommen.
1925Die Bodan-Werft in Kressbronn baut das MS Konstanz als ihr erstes Schiff mit einer Stahlschale. Besteller ist die Stadt Konstanz. Das Schiff verkehrt vorwiegend auf dem Untersee, angemietet von der Schweizerischen Dampfbootgesellschaft Untersee und Rhein. Diese erhält das Schiff 1936 von der Stadt Konstanz zu Eigentum, die sich damit als Aktionärin in die Gesellschaft einkauft.
1936Indienststellung der MS Arenenberg und Munot; Erbauer: Bodan-Werft, Kressbronn.
1936Die Schweizerische Dampfbootgesellschaft Untersee und Rhein gibt sich einen neuen Namen:         Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein. 
18.07.1956Indienststellung des MS Kreuzlingen; Erbauer: Bodan-Werft, Kressbronn.
06.04.1957Indienststellung des MS Stein am Rhein; Erbauer: Bodan-Werft, Kressbronn.
05.05.1965Indienststellung des MS Thurgau; Erbauer: Bodan-Werft, Kressbronn.
1965Kauf des Rundfahrtenbootes Ursula von der Duisburger Hafenverwaltung.
14.05.1970Indienststellung des MS Schaffhausen. Flaggschiff der Reederei. Erbauer: Bodan-Werft, Kressbronn. Das MS Schaffhausen, mit einer Länge von 50 Metern und einer Tragkraft von 700 Personen, ist das grösste Schiff der URh-Flotte.
16.07.1983Indienststellung des MS Arenenberg; Erbauer: Bodan-Werft, Kressbronn.
28.06.1998Indienststellung des neuen MS Munot; Erbauer: Bodan-Werft, Kressbronn.

Die Vergangenheit ist auch die Zukunft.

Dieser Art von Binnenschiffahrt, die nach dem Aufkommen der Bahnen sich zu einer solchen froher Erholung in einer naturnah gebliebenen Stromlandschaft entwickelte, bleiben die Schaffhauser und mit ihnen ungezählte Freunde freudig entschlossen zugetan!"
(Neujahrsblatt Nr 21/1969 der Naturforschenden Gesellschaft Schaffhausen)

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